Krieg in der Ukraine: Informationen und Maßnahmen

Die Alexander von Humboldt-Stiftung steht für vertrauensvolle Kooperationen, wertegeleitete Wissenschaftsdiplomatie und Wissenschaftsfreiheit. Die Stiftung verurteilt den Krieg der russischen Regierung in der Ukraine auf das Schärfste. Durch den Krieg bedrohten Forschenden wird unbürokratische Unterstützung und Zuflucht geboten. Hier werden für Sie alle wichtigen Informationen und Maßnahmen zusammengefasst.

Ukrainische Flaggen in Kiew

Maßnahmenpaket zum Schutz von Forschenden

Im Mittelpunkt steht die Unterstützung bedrohter Forschender aus der Ukraine:
Geförderten aus der Ukraine bietet die Humboldt-Stiftung Sonderregelungen für Alumniaufenthalte und Stipendienverlängerungen an. Humboldtianer*innen und Gastgebende nehmen bitte über das Referat 3.3. (Europa) Kontakt mit Dr. Rebecca Großmann oder Bianca Müller auf:

Beratungen für Erstanträge (alle regulären Stipendien)
Wenn Sie bislang nicht durch die Humboldt-Stiftung gefördert wurden und sich neu für ein Forschungsstipendium bewerben möchten, wenden Sie sich bitte an unser Beratungsteam:

Schutz und Förderung im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative
Gefährdeten Wissenschaftler*innen wird generell im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative Schutz angeboten. In der letzten Bewerbungsrunde im März wurde für Forschende aus der Ukraine das Nominierungsverfahren vereinfacht und die Frist kurzfristig verlängert.

Der „Philipp Schwartz-Notfonds“ für geflüchtete Forschende aus der Ukraine stellt ein Sofort-Hilfsprogramm für rund 40 geflüchtete Wissenschaftlerinnen dar. Mit insgesamt 750.000 Euro fördern die Carl-Zeiss-Stiftung und die wissenschaftliche Verlagsgruppe Springer Nature den „Philipp Schwartz- Notfonds". Damit können Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland geflüchtete Forschende aus der Ukraine für bis zu sechs Monaten aufnehmen. Während des Kurzzeitstipendiums können so Lebenshaltungskosten gedeckt und längerfristige Folgeförderungen angebahnt werden.

Schon seit Mitte März können sich deutsche Forschende, die bereit sind, Forschungsplätze für gefährdete Forschende zur Verfügung zu stellen, bei der Alexander von Humboldt-Stiftung registrieren lassen. Einige der potentiellen Gastgebenden können auch mit eigenen Mitteln helfen. Weitere Maßnahmen befinden sich in Vorbereitung.


Informationen für Forschende aus Russland und Belarus
Der institutionelle und materielle Austausch mit Russland ist gestoppt, die individuelle Kommunikation wird jedoch fortgesetzt. Wissenschaft ist und bleibt für die Stiftung ein Instrument des Dialogs und der Diplomatie.

In Partnerschaften mit russischen Instituten können Alumni aus Russland zurzeit keine materielle Unterstützung wie Buchspenden und Gerätebeihilfen erhalten. Die Förderung von Konferenzen in Russland ist bis auf Weiteres ausgesetzt. Geförderten aus Russland, die wegen ihrer kritischen Haltung gegenüber dem Krieg bedroht sind, soll im Rahmen der Alumniförderung oder durch die Verlängerung von Stipendien ein Aufenthalt in Deutschland ermöglicht werden. Stipendienanträge (mit Ausnahme vom Bundeskanzler Stipendien-Programm) aus Russland sind bis auf Weiteres weiterhin möglich, werden aber streng nach Proliferationskriterien überprüft. Das gleiche gilt für bereits laufende Stipendien. Alle getroffenen Regelungen gelten derzeit auch für Belarus.

Stipendienangebote für deutsche Wissenschaftler*innen
Das Feodor Lynen-Forschungsstipendium für Postdoktorand*innen oder erfahrene Forschende aus Deutschland, die in der Ukraine, Russland und Belarus forschen wollen, ist ausgesetzt.

Mehrsprachiges Informationsangebot des Bundesinnenministeriums: www.germany4ukraine.de