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Acht neu ausgewählte Humbolt-Professuren sollen den Wissenschaftsstandort Deutschland stärken. Dank der Finanzierung durch das 1.000-Köpfe-Plus-Programm wurde das bisher maximal mögliche Preisgeld von fünf auf bis zu 10 Millionen Euro pro Person verdoppelt. Das Geld kann sehr flexibel eingesetzt werden, zum Beispiel für den Aufbau von Forschungsteams oder die technische und räumliche Ausstattung. Forschenden, die mit dem Preis aus dem Ausland nach Deutschland wechseln sollen, bieten sich so optimale Bedingungen für herausragende Spitzenforschung.
Der interdisziplinäre Auswahlausschuss hat über 14 Nominierungen deutscher Hochschulen entschieden, unter diesen waren elf Wissenschaftler und drei Wissenschaftlerinnen.
Ausgewählt wurden:
- Yong P. Chen ist ein international herausragender Wissenschaftler im Bereich der Quanten- und 2D-Materialien, der an der Schnittstelle von Festkörperphysik, Materialwissenschaften und Quantentechnik forscht und an die Universität Kassel wechseln soll. Er ist derzeit Professor an der Universität Aarhus, Dänemark.
- Der Historiker Daniel Jütte ist für seine originellen Arbeiten in den Urban Humanities bekannt, einem Fachgebiet an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften, Urbanistik und Gebauter Umwelt. Er wurde erfolgreich vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nominiert. Aktuell ist er Professor an der New York University, USA.
- Jonathan Kimmelman ist eine international führende Autorität im Bereich der Bioethik. Seine Berufung soll das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) als Standort für ethische und transparente Biomedizin stärken. Derzeit ist er Professor an der McGill University in Montreal, Kanada.
- Mathias Lichterfeld hat in der Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Medizin Pionierarbeit für die HIV-Forschung geleistet, die er an der Universität Heidelberg fortsetzen soll. Er ist als Professor und Mediziner an der Harvard Medical School und an zwei Krankenhäusern in Boston, USA, tätig.
- Shahar Mendelson gilt als herausragender Mathematiker, der wegweisende Beiträge zur Datenwissenschaft und zur Mathematik des maschinellen Lernens leistet. Nominiert wurde er von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist derzeit Professor an der Texas A&M University in College Station, USA.
- Michał Pilipczuk schlägt mit seiner innovativen Forschung Brücken zwischen diskreter Mathematik, Algorithmendesign und Logik. An der TU Darmstadt soll er ein neues Zentrum für die mathematischen Grundlagen der Informatik mit aufbauen und leiten. Aktuell ist er Professor an der Universität Warschau, Polen.
- Nicholas Taylor ist ein international renommierter Strukturbiologe, dessen Forschungsschwerpunkt komplexe molekulare Maschinen sind. An der Universität des Saarlandes soll er den Aufbau modernster molekularer Bildgebungsverfahren unterstützen. Er ist Professor an der Universität Kopenhagen, Dänemark.
- Außerdem wurde eine Wissenschaftlerin ausgewählt, die aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht namentlich genannt werden möchte.
Der Preis wird den international renommierten Wissenschaftler*innen im Mai 2027 verliehen, wenn sie die Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie nominiert haben, erfolgreich abschließen. Das Preisgeld von bis zu 10 Mio. Euro dient der Finanzierung einer Professur für die ersten sieben Jahre. Die Universitäten legen bei der Nominierung ein Konzept vor, wie sie die Professur über diesen Zeitraum hinaus langfristig finanzieren werden.
Die Alexander von Humboldt-Professur wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert.
Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 63 mit Nobelpreis.