Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes

Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Vollstipendiums für 24 Monate aufzunehmen. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung sowie die Stiftung Mercator.

Bis zum 21. April 2017 können Anträge für die 3. Ausschreibungsrunde der Philipp Schwartz-Initiative eingereicht werden. Die Auswahl der erfolgreichen Anträge erfolgt bis zum 30. Juni 2017. Aktuell gehen wir davon aus, dass mindestens 30 Förderungen bewilligt werden können.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Einrichtungen in Deutschland, die folgenden Kategorien zugeordnet werden können:

  • Staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen
  • Max Planck Institute, Helmholtz-Institute, Leibniz-Institute, Fraunhofer-Institute
  • Bundes- und Landesforschungseinrichtungen
  • Weitere Forschungseinrichtungen, die ihre Forschungsinhalte und -strukturen überzeugend darlegen können

Erfolgreiche Antragsteller werden in die Lage versetzt, einer gefährdeten Forscherin oder einem solchen Forscher ein Philipp Schwartz-Stipendium zu verleihen. Im Einzelnen:

  • Erfolgreiche Antragstellende aus den ersten beiden Runden (Antragstellung ohne neues Konzept, nur mit zu fördernden Personen)
  • Nicht erfolgreiche Antragstellende aus den ersten beiden Runden
  • Erst-Antragstellende

Bitte beachten Sie, dass Forscherinnen und Forscher sich in diesem Programm nicht direkt bewerben können. Bitte wenden Sie sich an potenzielle Gastinstitutionen in Deutschland, die eine Antragstellung übernehmen können.

Wer kann ein Philipp Schwartz-Stipendium erhalten?

Für eine Förderung von Forschungsvorhaben im Rahmen von Philipp Schwartz-Stipendien kommen nachweislich gefährdete Forschende aus allen Fachgebieten und allen Herkunftsländern in Betracht, die:

  • über eine Promotion oder einen vergleichbaren akademischen Grad (Ph.D., C.Sc. oder Äquivalent) verfügen
  • sich zum Zeitpunkt der Antragstellung grundsätzlich noch nicht mehr als drei Jahre außerhalb des Heimatlandes aufhalten; "Bildungsinländer" sind ausgeschlossen
  • über Sprachkenntnisse verfügen, die für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind
  • die über wissenschaftliche Qualifikationen (z.B. Publikationen) verfügen
  • die Potenzial zur Integration in den (wissenschaftsbezogenen) Arbeitsmarkt besitzen
  • die noch nicht im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative gefördert wurden
  • Personen, die aufgrund einer doppelten Staatsbürgerschaft Zugang zu einem sicheren Aufenthaltsland haben sowie deutsche Staatsangehörige sind von einer Nominierung ausgeschlossen.
  • Mehrfachnominierungen einer Person durch mehrere potenzielle Gasteinrichtungen sind ausgeschlossen.

Für die Humboldt-Stiftung sind weder Herkunftsland noch Aufenthaltsort relevant, sofern die Gefährdung im Sinne der Programminformationen nachgewiesen ist.

Institutionen, die an der Aufnahme gefährdeter Forschender interessiert sind, aber keine spezifische Person im Blick haben, können sich an das Scholars at Risk Network (SAR), den Scholar Rescue Fund des Institute of International Education (SRF) oder den Council for At-Risk Academics (CARA) wenden. Alle drei Organisationen platzieren selbst gefährdete Forschende und können entsprechende Vorschläge machen.

Was schließt die Förderung ein?

Aufnehmende Institutionen erhalten Fördermittel von der Humboldt-Stiftung und übernehmen ihrerseits die Rolle des Stipendiengebers gegenüber den Philipp Schwartz-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. Die Förderung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Stipendienmittel einschließlich Nebenleistungen von insgesamt 3.500 EUR/Monat für bis zu 24 Monate
  • Einmalige Pauschale in Höhe von 12.000 EUR für die aufnehmende Institution

Aus welchen Komponenten setzt sich ein Antrag zusammen?

  • Konzept der aufnehmenden Institution zum Umgang mit gefährdeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (nicht bei Geförderten der ersten beiden Runden)
  • Antrag auf ein Philipp Schwartz-Stipendium inkl. Nachweis der Gefährdung
  • Finanzierungsplan

Wie kann die Gefährdung einer Person im Kontext der Philipp Schwartz-Initiative nachgewiesen werden?

Eine Gefährdung von Forschenden, die nachweislich in ihren eigenen Ländern in Gefahr sind, kann im Sinne der Philipp Schwartz-Initiative wie folgt nachgewiesen werden:

  • durch einen aufenthaltsrechtlichen Status im Kontext eines Asylverfahrens, aus dem eine anerkannte Gefährdung hervorgeht
  • durch einen glaubwürdigen Nachweis der Gefährdung von dritter Stelle, z. B. Dokumentation durch das Scholars at Risk Network, den Scholar Rescue Fund oder den Council for At-Risk Academics

Wir empfehlen, die Kontaktaufnahme mit den genannten Organisationen zur Einholung von Einschätzungen der Gefährdung über die potenziellen Gasteinrichtungen anstatt durch die Forschenden vorzunehmen. Um einen rechtzeitigen Abschluss der Gefähr­dungs­prüfung vor der Antragsfrist 21. April 2017 sicherzustellen, sollten entsprechende Anfragen unseren Partnern SAR, SRF oder CARA bis spätestens zum 5. April 2017 vorliegen. Andernfalls kann eine rechtzeitige Bearbeitung seitens unserer Partner nicht gewährleistet werden.

Es liegt in der Verantwortung der aufnehmenden Institution im Einzelfall sicherzustellen, dass der aufenthaltsrechtliche Status der zu fördernden Person einen Aufenthalt im Rahmen des Philipp Schwartz-Stipendiums an der jeweiligen Institution ermöglicht. Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen.

Die folgenden Veranstaltungen richten sich primär an Vertreterinnen und Vertreter interessierter Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Für gefährdete Forschende sind sie inhaltlich weniger relevant.

3. Workshop zur Philipp Schwartz-Initiative
Berlin, 27. - 28. April 2017

Die Humboldt-Stiftung veranstaltet mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (SAR), dem Scholar Rescue Fund (SRF) und dem Council for At-Risk Academics (CARA) einen Workshop zum Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen in Deutschland, die gefährdete Forschende aufgenommen haben bzw. daran interessiert sind. Vertreter von SAR, SRF und CARA geben Hinweise aus Expertensicht. Die Veranstaltung findet unter dem Schirm der deutschen Sektion des Scholars at Risk Network statt.

Bitte beachten Sie: Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Das jeweils aktuellste Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Den Anmeldebogen finden Sie hier.

Archiv

  • Gründung einer deutschen Sektion des SAR-Netzwerks
    Bonn, 20. September 2016

    Unter Federführung der Humboldt-Stiftung gründen 20 Universitäten und Forschungseinrichtung die deutsche Sektion des SAR-Netzwerks.
    Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.
  • Scholars at Risk Network 2016 Global Congress
    Montreal, Kanada, 7. - 10. Juni 2016

    Über 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft beraten über Möglichkeiten, den Schutz von Hochschulen und Forschenden zu verbessern. Ein weiteres Thema ist die Stärkung der Rolle des Hochschulsektors auf dem Weg zu einer friedlicheren, gerechteren und nachhaltigen Weltpolitik.
    Mehr zum SAR 2016 Congress.
  • Annual IIE Scholar Rescue Fund Forum: Scholar Voices and University Action
    New York City, USA, 28. - 29. April 2016

    Das Jahrestreffen des SRF Forum bringt Akteure unterschiedlicher Sektoren zusammen. Thema ist die Unterstützung gefährdeter Forschender, die in ihren Heimatländern Zensur, Gewalt und andere Menschenrechtsverletzungen erleiden. Besprochen wird auch die Rolle von Universitäten im Zusammenhang mit Notsituationen im höheren Bildungssektor. Bitte kontaktieren Sie srf@iie.org für weitere Informationen.
  • 2. Workshop zur Philipp Schwartz-Initiative
    Berlin, 19. - 20. April 2016

    Die Humboldt-Stiftung veranstaltet mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (SAR), dem Scholar Rescue Fund (SRF) und dem Council for At-Risk Academics (CARA) einen Workshop zum Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen in Deutschland, die gefährdete Forschende aufgenommen haben bzw. daran interessiert sind. Vertreter von SAR, SRF und CARA geben Hinweise aus Expertensicht. Mit den Teilnehmenden diskutiert wird auch die Möglichkeit einer deutschen Sektion des Scholars at Risk Network, um einen regelmäßigen Austausch zum Umgang mit gefährdeten Forschenden in Deutschland zu unterstützen und eine Verbindung zwischen dem Forschungsstandort Deutschland und dem globalen SAR Network zu schaffen.
    Das Programm des Workshops finden Sie hier.

Alle Programmunterlagen der 3. Förderrunde zum Download (zip-Archiv)

Die auf der Website verfügbaren Dokumente sind die jeweils gültigen Fassungen der Unterlagen.

Richtlinien

Antragsunterlagen

Förderunterlagen

Berichtsunterlagen

 

Programmunterlagen 2. Runde

Programmunterlagen 1. Runde

Partner der Philipp Schwartz-Initiative

Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland erhalten im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative Unterstützung durch das Scholars at Risk Network, den Scholar Rescue Fund und den Council for At-Risk Academics. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat mit diesen führenden Organisationen im Bereich der Unterstützung gefährdeter Forschender Vereinbarungen über Beratungs- und andere Dienstleistungen getroffen. Dies beinhaltet Unterstützung bei der Identifizierung geeigneter Forschender, die Prüfung des Gefährdungsstatus einzelner Kandidaten, aufenthaltsvorbereitende und -begleitende Beratung für Gastforscher und Gastgeber und Hilfe in Übergangsphasen sowie mitunter Anschlusslösungen nach Ende des Philipp Schwartz-Stipendiums.

Weitere Informationen zu den Organisationen und den angebotenen Maßnahmen finden Sie über die untenstehenden Links und Ansprechpartner.

Scholars at Risk (SAR) ist ein internationales Netzwerk, in dem über 400 Hochschulen, Forschungsinstitutionen und andere Wissen­schafts­orga­nisationen in 39 Staaten zusammenarbeiten, um gefährdete Forscher zu schützen und Werte wie die wissenschaftliche Freiheit zu stärken. mehr ...

Das Institute of International Education (IIE), eine unabhängige Nonprofit-Organisation, rief den Scholar Rescue Fund (SRF) 2002 als Reaktion auf anhaltende Angriffe auf Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt ins Leben. mehr ...

Der Council for At-Risk Academics (Cara) wurde 1933 in London gegründet, als das nationalsozialistische Regime begann, zahlreiche Forschende aus ihren Stellungen an deutschen Universitäten zu vertreiben. mehr ...

Kontakt

Dr. Barbara Sheldon
Leiterin Referat Strategische Planung
Tel.: +49 (0)228 833 109

Frank Albrecht
Referent Philipp Schwartz-Initiative
Tel.: +49 (0)228 833 122

Svetlana Strobel
Programmberaterin Philipp Schwartz-Initiative
Tel.: +49 (0)228 833 409

E-Mail: schwartz-initiative(at)avh.de

Humboldt Kosmos Ausgabe Nr. 106/2016

Humboldt Kosmos: "Bedroht"

Das Magazin der Alexander von Humboldt-Stiftung beschäftigt sich in seiner 106. Ausgabe mit Forschern, die zu Flüchtlingen werden.

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