Jahresbericht 2021

Der Jahresbericht der Alexander von Humboldt-Stiftung wird aus Gründen der Nachhaltigkeit ab dem Berichtsjahr 2021 nur noch online und in gestraffter Form bereitgestellt. Im Folgenden gibt es einen kompakten Überblick über die wichtigsten Stiftungsneuigkeiten des Jahres in Kürze, die zentralen statistischen Tendenzen sowie einen Tabellenbereich mit Haushalts-, Auswahl- und Förderzahlen .

Abstrakte Grafik mit Kreisen, Linien und Rauten und der Aufschrift "Jahresbericht 2021"
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Jahresberichte aus den Vorjahren zum Download

2020 (PDF, 10 MB)
2019 (PDF, 7 MB)

Das Wichtigste in Kürze

Neue Forschungshubs in Afrika

Mit den Humboldt-Forschungshubs bietet die Alexander von Humboldt-Stiftung ein neues Alumni-Programm für leitende Forscher*innen aus allen Disziplinen an afrikanischen Universitäten. Als Forschungsknotenpunkte in Afrika entwickeln die Hubs künftig in afrikanisch-deutscher Partnerschaft Strategien zur Bewältigung von Pandemien. Fünf Hubs werden vom Auswärtigen Amt finanziert, ein weiterer über eine Kooperation mit der Bayer Foundation.

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Fünf Jahre Philipp Schwartz-Initiative

Symbolbild Philipp-Schwartz-Initiative: Drei gelbe Kreise mit einer Figur, die von einem zerstörten Tempel zu einem intakten Tempel läuft

Als erste Forschungsförderorganisation Deutschlands rief die Humboldt-Stiftung mit der Philipp Schwartz-Initiative 2016 ein Förderprogramm zum Schutz gefährdeter und verfolgter Wissenschaftler*innen gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben. Seitdem hat das Programm auf nationaler und internationaler Ebene Schule gemacht und ist Vorreiter für Wissenschaftsfreiheit geworden. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums blickte die Stiftung 2021 mit der Publikation „Ein neuer Anfang“ auf die Erfolgsgeschichte zurück.

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Evaluation: Forschungsstipendien der Humboldt-Stiftung trotz Pandemie stark gefragt

Die Zahl der Bewerbungen internationaler Wissenschaftler*innen um ein Humboldt- Forschungsstipendium ist 2021 trotz der Corona-Pandemie leicht gestiegen. In einer im Dezember veröffentlichten wissenschaftlichen Evaluation des Programms wird den Stipendien eine hohe internationale Attraktivität und positive Wirkung auf die wissenschaftliche Karriere, die internationale Vernetzung und die Leistung der Geförderten attestiert. Zugrunde lag eine Umfrage unter den rund 6.000 von der Humboldt-Stiftung in den letzten zehn Jahren geförderten Gastwissenschaftler*innen aus dem Ausland.

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Für mehr Vielfalt in Wissenschaft und Forschung: Agenda „Vielfalt für Exzellenz“ und #ProgressDiversity

Bunte Jelly Beans im Hintergrund mit der Aufschrift "#Progress Diversity"

Die Humboldt-Stiftung engagiert sich für die Förderung von Diversität in Wissenschaft und Forschung. Dazu hat sie sich mit ihrer Agenda „Vielfalt für Exzellenz“, die der Stiftungsrat im November 2021 verabschiedet hat, einen verbindlichen Rahmen gesetzt und verpflichtet sich, in allen Bereichen des Stiftungshandelns Diversität aktiv zu befördern und konsequent umzusetzen. 2021 hat die Stiftung zudem die Kampagne #ProgressDiversity gestartet mit dem Ziel, die Bedeutung von Diversität für das Wissenschaftssystem bewusst und sichtbar zu machen Im Frühjahr erschien das Stiftungs-Magazin Humboldt Kosmos mit einer Themenausgabe zu #ProgressDiversity.  Bei Twitter wurde das Thema unter dem Hashtag #ProgressDiversity fortlaufend platziert. Auch die virtuelle Jahrestagung 2021 war mit dem Motto „Vielfalt der Ideen“ Teil der Kampagne.

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Neue Alexander von Humboldt-Professor*innen ausgewählt

In zwei Runden wurden 2021 neue Preisträger*innen für Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis ausgewählt, die Alexander von Humboldt-Professur. Insgesamt wurden 19 international renommierte Forschende ausgewählt, davon sieben für die Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz. Der Preis wird den international renommierten Wissenschaftler*innen 2022 verliehen, wenn sie die Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie nominiert haben, erfolgreich abschließen.

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Exzellente Verbindungen nachhaltig gestalten

Die Humboldt-Stiftung möchte bis spätestens zum Jahr 2045 klimaneutral werden. Um dies zu erreichen, hat die Stiftung eine Nachhaltigkeitsagenda erarbeitet, die der Stiftungsrat im Mai 2021 verabschiedet hat. Die Agenda sieht auf Grundlage der UN-Nachhaltigkeitsziele die klimaneutrale Entwicklung der Förderarbeit, des Netzwerks und der Stiftungs-Geschäftsstelle vor. Im Dezember 2021 hat die Stiftung zudem erfolgreich das Zertifizierungsaudit nach ISO 14001 (Umweltmanagementsystem / UMS) durchlaufen. Im Zentrum standen die Auditierung der Förderung des Umweltschutzes, die Reduzierung von Umweltauswirkungen und die damit einhergehende Umsetzung von Umweltzielen der Stiftung.

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Renommierte Auszeichnungen für Humboldtianer*innen

2021 erhielten erneut zahlreiche Humboldtianer*innen weltweit renommierte Auszeichnungen. So wurde der einstige Feodor Lynen-Stipendiat Benjamin List mit dem Chemie Nobelpreis ausgezeichnet  – er ist der 57. Geförderte der Stiftung mit Nobelpreis. Auch zu den zehn Forschenden, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2021 für ihre Leibniz-Preise 2022 ausgewählt hat, zählen die Humboldtianer*innen Almut Arneth, Peter Hommelhoff und Karen Radner. Weitere namhafte Ehrungen waren 2021 daneben etwa der wichtigste internationale Forschungspreise für Mathematik der Norwegischen Akademie der Wissenschaften für den Humboldtianer László Lovász.

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Das Jahr in Zahlen

Weltkarte mit Zahlen: Verteilung der 31.005 weltweit aktiven Humboldtianer*innen nach Regionen; Nordamerika 5860; Europa 15574; Asien 6053; Naher und Mittlerer Osten, Nordamerika 864; Mittel- und Südamerika 1190; Afrika Subsahara 738; Australien, Neuseeland, Ozeanien 726;
Kuchendiagramm: An ausländische Forscher*innen vergebene Stipendien und Preise im Jahr 2021 nach Regionen; Nordamerika 161; Mittel- und Südamerika 72; Europa 354; Afrika Subsahara 53; Naher und Mittlerer Osten, Nordafrika 56; Asien 239; Australien, Neuseeland, Ozeanien 26;
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 961 Stipendien und Preise vergeben, davon 887 an Bewerber*innen und Nominierte aus dem Ausland sowie 74 Feodor Lynen-Forschungsstipendien für Wissenschaftler*innen aus Deutschland.
Tabellarische und grafische Übersicht über die Verteilung der im Jahr 2021 vergebenen Stipendien und Preise an Frauen und Männer nach Regionen
Kuchendiagramm: An ausländische Forscher*innen vergebene Stipendien und Preise im Jahr 2021 nach Fachgebieten; Geistes- und Sozialwissenschaften 313; Lebenswissenschaften 166; Naturwissenschaften 348; Ingenieurwissenschaften 134;
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 961 Stipendien und Preise vergeben, davon 887 an Bewerber*innen und Nominierte aus dem Ausland sowie 74 Feodor Lynen-Forschungsstipendien für Wissenschaftler*innen aus Deutschland.
Tabellarische und grafische Übersicht über die Verteilung der im Jahr 2021 vergebenen Stipendien und Preise an Frauen und Männer nach Fachgebieten
Die häufigsten Herkunftsländer der Forscher*innen aus dem Ausland, die 2021 ein Stipendium oder einen Preis erhalten haben: USA 143; China 105; Indien 78; Vereinigtes Königreich 66; Spanien 40; Italien 36; Brasilien 33; Frankreich 31; Iran 31; Niederlande 27;
Die am häufigsten vertretenen Fachgebiete der Forscher*innen aus dem Ausland, die 2021 ein Stipendium oder einen Preis erhalten haben: Physik der Kondensierten Materie 47; Molekülchemie 46; Sozialwissenschaften 37; Materialwissenschaft 32; Mathematik 32; Philosophie 31; Grundlagen der Biologie und Medizin 30; Literaturwissenschaft 30; Alte Kulturen 29; Geschichtswissenschaften 29;
Balkendiagramm: Wie haben sich Nachfrage und Erfolgsaussichten entwickelt? Bewerbungen oder Nominierungen von Frauen und Männern sowie Bewilligungen von Stipendien und Preisen von 2017 bis 2021 in allen Programmen

Das Alumni-Netzwerk ist das größte Kapital der Humboldt-Stiftung. Im Januar 2022 gehörten ihm weltweit 31.005 eng mit Deutschland verbundene Wissenschaftler*innen aller Disziplinen in mehr als 140 Ländern an. Abgebildet nach Fächergruppen und aktuellen Aufenthaltsorten zeigt das Humboldt-Netzwerk eine Weltkarte der internationalen Forschungsbeziehungen der Humboldt-Stiftung und, zumindest im Ausschnitt, der deutschen Wissenschaft.

In 72 Ländern weltweit engagieren sich Forschungsstipendiat*innen und -preisträger*innen nach ihrer Rückkehr aus Deutschland in 109 Humboldt-Alumnivereinigungen, die als wichtige Knotenpunkte des Netzwerks dienen. Außerdem informieren 43 Vertrauenswissenschaftler*innen der Alexander von Humboldt-Stiftung im Ausland an Hochschulen und Forschungseinrichtungen über den Forschungsstandort Deutschland sowie insbesondere über die Förderprogramme und das internationale Netzwerk der Stiftung. Sie sind ehrenamtlich tätig und als Alumni, Gastgeber*innen oder Gutachter*innen für die Stiftung aktiv.

Mit rund 40 Veranstaltungen (PDF), die aufgrund der Coronapandemie überwiegend digital, vereinzelt aber auch hybrid oder in Präsenz stattgefunden haben, pflegte die Stiftung ihr Netzwerk im Jahr 2021. Hiermit trug sie über den wissenschaftlichen Dialog hinaus zur grenzüberschreitenden kulturellen Verständigung bei.

2021 hat die Alexander von Humboldt-Stiftung mehr als 2.300 Forschungskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschenden gefördert. 1.743 Wissenschaftler*innen aus dem Ausland kamen im Berichtsjahr zur erstmaligen Stipendienförderung nach Deutschland. Auf Wunsch der Forschungsstipendiat*innen gewährt die Humboldt-Stiftung Sprachstipendien für den Besuch von Deutschkursen. 366 Personen (295 Forschungsstipendiat*innen und 71 Ehepartner*innen) haben im Jahr 2021 an Deutsch-Intensivkursen vor Beginn ihrer Forschungsaufenthalte teilgenommen – davon 203 an Online-Deutschkursen. Für begleitende Sprachkurse während des Forschungsaufenthalts vergab die Humboldt-Stiftung zusätzlich 269 Beihilfen in Höhe von rund 103.000 Euro.

Als lebenslange Partnerin hält die Humboldt-Stiftung durch ihre Förderangebote für Alumni die Verbindung zu ihren Geförderten langfristig aufrecht. So kommen viele Humboldtianer*innen nach ihrem Erstaufenthalt zur Durchführung wissenschaftlicher Projekte nach Deutschland zurück. Erneute Forschungsaufenthalte fördern die Zusammenarbeit mit den für die deutsche Wissenschaft besonders interessanten und bereits etablierten Wissenschaftler*innen. Aufgrund der Coronasituation konnten auch 2021 weniger erneute Forschungsaufenthalte realisiert werden als in den Jahren vor der Pandemie, aber deutlich mehr als 2020. So kamen insgesamt 241 (2020: 152) Humboldtianer*innen im Rahmen dieser Alumniförderung nach Deutschland bzw. kooperierten bei fortdauernden Reisebeschränkungen virtuell aus dem Heimatland mit Ihren Fachkolleg*innen in Deutschland.

Kooperationen mit privaten Partnerinstitutionen

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist bestrebt, in Ergänzung zu den öffentlichen Zuwendungen weitere Mittel von privater Seite einzuwerben, um zusätzliche Forschungsstipendien und Forschungspreise zu vergeben und ihren Geförderten weitere Kooperationsmöglichkeiten in Deutschland zu erschließen. In diesem Kontext kooperiert die Stiftung mit ausgewählten, hochkarätigen Partnerinstitutionen und -organisationen.

Im Bereich Forschungsstipendien waren dies 2021 insbesondere die Carl Friedrich von Siemens Stiftung sowie BASF, die Bayer Research & Education Foundation, die Joachim Herz Stiftung und die Stiftung Charité. Die Stipendiat*innen durchlaufen den regulären, nach den üblichen Exzellenzkriterien der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgerichteten Auswahlprozess. Neben dem Zugang zum weltweiten Humboldt-Netzwerk stehen ihnen darüber hinaus die Netzwerk-Angebote der jeweiligen Kooperationspartnerorganisationen offen. Die zusätzlichen Mittel werden auch zur Erhöhung der finanziellen Ausstattung der Stipendien genutzt. So war es der Humboldt-Stiftung 2021 wiederum möglich, allen Forschungs­stipendiat*innen im Münchner Raum einen monatlichen Carl Friedrich von Siemens-Stipendienzuschlag zum Ausgleich höherer Lebenshaltungskosten zu gewähren.

Finanziert aus Mitteln der Carl Friedrich von Siemens Stiftung werden zudem alle Wissenschaftler*innen, die von Fachkolleg*innen an Forschungseinrichtungen im Raum München erfolgreich nominiert wurden, mit dem mit 65.000 Euro dotierten Carl Friedrich von Siemens-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. Gemeinsam mit der Fritz Thyssen Stiftung vergibt die Humboldt-Stiftung darüber hinaus den mit 60.000 Euro dotierten Reimar Lüst-Preis für internationale Wissenschafts- und Kulturvermittlung.

Haushalts-, Auswahl- und Förderzahlen

Tabellen mit detaillierten Aufschlüsselungen zum Haushalt, den Finanzen, dem Personal sowie zum Netzwerk der Stiftung und ihrer Arbeit in Förderung und Auswahl der unterschiedlichen Programmlinien, stehen im Folgenden als PDF zum Download bereit:

Hinweis

Seit der Veröffentlichung des letzten Jahresberichts hat die Humboldt-Stiftung Anpassungen des Fachgebietskatalogs vorgenommen. Dies hat zur Folge, dass in diesem Jahresbericht einige Fachgebiete umbenannt wurden sowie das Fachgebiet „Theoretische Chemie“ erstmalig erscheint.

Die neu benannten Fachgebiete heißen:

• Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaften (vorher: Außereuropäische Sprachen und Kulturen, Sozial- und Kulturanthropologie, Judaistik, Religionswissenschaft)

• Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (vorher: Erziehungswissenschaften)

• Physikalische Chemie (vorher: Physikalische und Theoretische Chemie)

• Analytische Chemie (vorher: Analytik, Methodenentwicklung (Chemie)

• Atmosphären-, Meeres- und Klimaforschung (vorher: Atmosphären- und Meeresforschung)

• Mineralogie, Petrologie und Geochemie (vorher: Geochemie, Mineralogie und Kristallographie)

• Strömungsmechanik, Technische Thermodynamik und Thermische Energietechnik (vorher: Wärmeenergietechnik, Thermische Maschinen, Strömungsmechanik)