Jahresbericht 2025

Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Jahresberichte aus den Vorjahren

Jahresbericht 2024
Jahresbericht 2023
Jahresbericht 2022

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Ihr satzungsgemäßes Ziel ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der interkulturellen Verständigung.

Die Humboldt-Stiftung wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie von weiteren nationalen und internationalen Partnern, mit denen sie zusammen arbeitet.

Das Wichtigste in Kürze

Neue Geschäftsführung für die Alexander von Humboldt-Stiftung

Katrin Amian, stellvertretende Generalsekretärin, und Markus Zanner, Generalsekretär der Humboldt-Stiftung

Seit Mai 2025 ist der Wissenschaftsmanager und Historiker Markus Zanner neuer Generalsekretär der Humboldt-Stiftung. Im Oktober trat die Amerikanistin Katrin Amian das Amt der Stellvertreterin an. Gemeinsam leiten sie nun die Geschäftsstelle der Stiftung in Bonn und Berlin.

Zanner, 1967 in Weiden in der Oberpfalz geboren, studierte Geschichte, Religionswissenschaft und Romanistik an der Universität Regensburg und verbrachte ein Jahr an der Universidad Nacional de Misiones in Argentinien. Nach beruflichen Stationen an der TU München, wo er unter anderem Geschäftsführer des TUM Institute for Advanced Study war, leitete er von 2011 bis 2021 die Universität Bayreuth als Kanzler. Anschließend wurde er Kanzler und Mitglied des Gründungspräsidiums der neu gegründeten Technischen Universität Nürnberg (UTN).

Katrin Amian, 1977 in Aachen geboren, studierte Regionalwissenschaften Nordamerika an der Universität Bonn und absolvierte Auslandsaufenthalte in den USA an der University of Notre Dame und der University of California, Berkeley. Nach ihrer Promotion arbeitete sie zunächst am Lehrstuhl für Nordamerikastudien der Universität Bonn. 2007 wechselte sie zur Humboldt-Stiftung, übernahm 2008 die Leitung des Referats für Nordamerika, Australien, Neuseeland und Ozeanien und leitete seit 2021 stellvertretend die Abteilung Förderung und Netzwerk.

Zanner und Amian folgen auf Enno Aufderheide und Thomas Hesse, die die Stiftung zuvor elf Jahre gemeinsam führten.

10 Jahre Philipp Schwartz-Initiative

Symbolbild Philipp-Schwartz-Initiative: Drei gelbe Kreise mit einer Figur, die von einem zerstörten Tempel zu einem intakten Tempel läuft

Im Sommer 2015 riefen die Alexander von Humboldt-Stiftung und das Auswärtige Amt die Philipp Schwartz-Initiative (PSI) ins Leben: Ein Programm, das es Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland ermöglicht, gefährdete Wissenschaftler*innen aus aller Welt für eine Zeit bei sich aufzunehmen. Das Ziel: Gefährdeten Forschenden einen Raum geben, ihre Arbeit in Sicherheit fortzusetzen, ihre Expertise zu erhalten und sie bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven zu unterstützen. 2016 traten die ersten Geförderten ihre Stipendien an.

Bis Ende 2025 hatten 674 gefährdete Forschende aus über 30 Ländern in Deutschland eine neue wissenschaftliche Heimat gefunden. Unter anderem auch durch Sonderprogramme für Forschende aus der Ukraine, Afghanistan oder dem Iran, die die Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt in Reaktion auf geopolitische Entwicklungen und Krisenherde kurzfristig eingerichtet hat. 

147 Hochschulen haben mittlerweile PSI-Geförderte aufgenommen und Strukturen und Kompetenzen aufgebaut, um sie bestmöglich einzubinden. Dafür stellt die Humboldt-Stiftung den Gasteinrichtungen neben den Stipendienleistungen zusätzliche Mittel zur Verfügung. Vernetzung ist ein weiterer, zentraler Baustein. So bringt das jährliche Philipp Schwartz-Forum Geförderte, Gasteinrichtungen, Mentor*innen, Politik und internationale Partner*innen zusammen.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Philipp Schwartz-Initiative erschien im Dezember die Kosmos-Ausgabe „Free science“ mit Erfahrungen von Geförderten, Interviews und einem Gastbeitrag des Bundesaußenministers Johnn Wadephul.

Neue Alexander von Humboldt-Professor*innen ausgewählt

Insgesamt zwei Spitzenforscher*innen und sieben Spitzenforscher wurden 2025 für die Alexander von Humboldt-Professur, Deutschlands höchstdotierten internationalen Forschungspreis, ausgewählt. Fünf der ausgewählten Preisträger*innen haben zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Jahresberichts den Ruf an die sie nominierenden Universitäten angenommen.
 

Die Zukunft der Ernährung: Vierte Runde das Humboldt Residency-Programms

Die Teilnehmer*innen des Humboldt Residency-Programms 2025

Die vierte Residency-Kohorte untersuchte, wie technologische Innovationen und ethische Rahmenbedingungen in der Lebensmittelproduktion und im Lebensmittelkonsum globale gesundheitliche Herausforderungen und soziale Ungleichheiten beeinflussen. Die elf Teilnehmer*innen aus zehn verschiedenen Ländern analysierten globaler Lebensmittelpraktiken und entwarfen Szenarien zur Zukunft von Lebensmitteln.

Ergebnisse aus der Residenzphase in Berlin und Brandenburg waren unter anderem die Veranstaltungsreihe „Seeds of Change“ für die interessierte Öffentlichkeit, ein immersives Dinner-Erlebnis, bei dem Gäste auf eine sinnliche Reise durch verschiedene Ernährungsszenarien im Jahr 2025 mitgenommen wurden, und ein eigens entwickeltes Gesellschaftsspiel, mit dem die Residency-Teilnehmer*innen die Zukunft der Ernährungssicherung der fiktiven Insel „Azari“ in die Hände der Spieler*innen legen.

Mit dem vom Auswärtigen Amt finanzierten Humboldt Residency-Programm bringt die Alexander von Humboldt-Stiftung jährlich Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und Journalist*innen zusammen, um während einer sechswöchigen Residenz in Berlin/Brandenburg an einem aktuellen gesellschaftlichen Thema zu arbeiten.

Humboldtianer mit Nobelpreis ausgezeichnet

Nobelpreis für Chemie 2025 (v.l.n.r.): Susumu Kitagawa, Richard Robson, Omar M. Yaghi

2025 gewannen die Humboldt-Forschungspreisträger Susumu Kitagawa und Omar M. Yaghi den Nobelpreis für Chemie, den sie gemeinsam mit Richard Robson erhielten. Ausgezeichnet wurde ihre Forschung zur Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen.

Insgesamt haben nun bereits 63 Forschende aus dem weltweiten Netzwerk von Geförderten der Humboldt-Stiftung einen Nobelpreis erhalten.

1.000-Köpfe-Plus-Programm

Das im Juli 2025 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ins Leben gerufene neue Programm ermöglicht der Humboldt-Stiftung, ihr Portfolio weiter auszubauen und in den nächsten Jahren zusätzliche Stipendien und Preise in bestehenden Programmen anbieten.

Mit dem Humboldt Research Professorship hat die Stiftung zudem erstmals einen neuen, mit bis zu 3 Millionen Euro dotierten Forschungspreis ausgeschrieben, der es deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglicht, internationale Spitzenforschende für innovative Forschungsprojekte in Deutschland zu gewinnen, ohne dass diese ihre Stelle oder Arbeitsgruppe im Ausland aufgeben müssen. Die Förderregularien ermöglichen zugleich auch einen Wechsel nach Deutschland, langfristige Bleibeperspektiven sind durchaus möglich und können im jeweiligen Einzelfall vor Ort verhandelt werden. Geplant ist die Verleihung von voraussichtlich 20 Humboldt Research Professorships pro Jahr in mindestens drei Auswahlrunden 2026, 2027 und 2028.

Darüber hinaus können mit den Mitteln des BMFTR zusätzliche Humboldt-Forschungsstipendien für Postdocs und erfahrene Forschende sowie Humboldt- und Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreise verliehen werden. Bis Ende 2025 konnten bereits 138 Forschungsstipendien und 20 Forschungspreise im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms bewilligt werden.

Mit dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm will das BMFTR internationalen Forschenden verschiedener Karrierestufen einen sicheren Hafen der Wissenschaftsfreiheit und Perspektiven in Deutschland bieten, damit auch die Hightech-Agenda voranbringen sowie Deutschland als attraktiven Forschungsstandort weiter stärken. Das Programm setzt auf die Angebote der Humboldt-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf, sowie auf die des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für Studierende und Promovierende.

ComLab#10 – Forever young?

Die Gewinner*innen des ComLab#10

Im zehnten Communication Lab trafen sich vom 4. Bis 6. September 2025 in Berlin 20 Forschende und 20 Journalist*innen, um die neuesten Forschungstrends und Ideen für ein gesundes und langes Leben zu diskutieren. In Panel-Gesprächen, Deep Dives und Gruppenarbeiten mit Expert*innen aus Wissenschaft und Medien standen Entwicklungen in Medizin und Gesundheit, Ernährung und nachhaltiger Stadtplanung im Mittelpunkt.

Angeleitet von Mentor*innen aus den internationalen Medien, Jens Radü (Chef vom Dienst, DER SPIEGEL), Damian Carrington (Environmental Editor, The Guardian) und Gemma Terés Arilla (Direktorin, taz Panter Stiftung), entwickelten die Teilnehmenden in Science-Media-Tandems innovative Projektideen zum Thema Longevity. Die besten vier Ideen wurden mit einem Preisgeld von 2000 Euro ausgezeichnet. Außerdem wurde ein Peer Prize von 500 Euro vergeben. 

Beim vom Auswärtigen Amt finanzierten ComLab treffen einmal im Jahr Stipendiat*innen der Humboldt-Stiftung auf Journalist*innen aus aller Welt – Fellows der Internationalen Journalisten-Programme. Gemeinsam entwickeln sie während eines drei- bis viertägigen Workshops in Science-Media-Tandems ein innovatives journalistisches Projekt.

Humboldt-Stiftung tritt CoARA bei

Die Humboldt-Stiftung hat sich 2025 dem Netzwerk Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) angeschlossen, das sich weltweit dafür einsetzt, die Bewertung und Evaluation von wissenschaftlichen Leistungen zu reformieren. Es tritt dafür ein, neben den gängigen quantitativen Indikatoren und bibliometrischen Daten stärker auch qualitative Aspekte in die Forschungsbeurteilung einzubeziehen. Weltweit sind mehr als 700 Forschungseinrichtungen aus über 50 Ländern Mitglied von CoARA.

Mit ihrem Beitritt zu CoARA möchte die Stiftung aktiv die Diskussion auf europäischer und internationaler Ebene sowie die Rahmenbedingungen der Forschungsbewertung mitgestalten. Der Austausch im deutschen und internationalen Wissenschaftssystem ermöglicht es der Stiftung außerdem, ihren eigenen differenzierten, inklusiven und wirkungsvollen Qualitätsbegriff und die Implikationen für Auswahl, Förderung und Netzwerk weiterzuentwickeln.

Humboldt Placement Scheme gestartet

Zwei Puzzleteile an Kabeln, die ineinander greifen

Neben der Förderung der Wissenschaftskommunikation will die Humboldt-Stiftung auch die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik stärken. 2025 startete sie das Humboldt Placement Scheme, ein Programm, das Expert*innen aus der Wissenschaft mit Entscheidungsträger*innen in der (außen)-politischen Sphäre zusammenbringt.

Geförderte der Humboldt-Stiftung werden in politischen Institutionen eingesetzt und bringen ihre Fachexpertise und Perspektiven in verschiedenen Dialog- und Austauschformaten ein. Mit dem Humboldt Placement Scheme soll das Netzwerkwissen der Stiftung für Entscheidungsträger*innen und Berater*innen aufbereitet und verfügbar gemacht werden. Zugleich profitieren Forschende und politische Stakeholder von Einblicken in die Arbeitsweise der jeweils anderen Seite.

Im November 2025 hat der erste Alumnus der Humboldt-Stiftung seinen Einsatz im Auswärtigen Amt aufgenommen.

Saturn-ähnliches Dekortationsbild
Jahresbericht 2025 der Alexander von Humboldt-Stiftung (PDF, 5 MB)

Das Jahr in Zahlen

Grüne Kreise mit Zahlen in der Mitte auf einer Weltkarte, die die Verteilung der Geförderten nach Weltregionen anzeigt.
Das Humboldt-Netzwerk ist das größte Kapital der Humboldt-Stiftung. Im Januar 2026 gehörten ihm weltweit 32.227 eng mit Deutschland verbundene Wissenschaftler*innen aller Disziplinen in mehr als 140 Ländern an.
Kuchendiagramm, das die vergebenen Stipendien und Preise nach Herkunftsregionen der Personen darstellt
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 889 Stipendien und Preise vergeben, davon 816 an Bewerber*innen und Nominierte aus dem Ausland sowie 73 Feodor Lynen-Forschungsstipendien an Wissenschaftler*innen aus Deutschland.
abellarische Darstellung der Verteilung der im Jahr 2025 vergebenen Stipendien und Preise auf Frauen und Männer nach Weltregionen
Kuchendiagramm, das die Verteilung der im Jahr 2024 vergebenen Stipendien und Preise nach Fachgebieten darstellt
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 889 Stipendien und Preise vergeben, davon 816 an Bewerber*innen und Nominierte aus dem Ausland sowie 73 Feodor Lynen-Forschungsstipendien an Wissenschaftler*innen aus Deutschland.
Tabellarische Darstellung der Verteilung der im Jahr 2025 vergebenen Stipendien und Preise auf Frauen und Männer nach Fachgebieten
Balkendiagramm, das die elf häufigsten Herkunftsländer der ausländischen Forscher*innen darstellt, die 2025 ein Stipendium oder einen Preis erhalten haben
Balkendiagramm, das die am häufigsten vertretenen Fachgebiete der ausländischen Forscher*innen darstellt, die 2025 ein Stipendium oder einen Preis erhalten haben
Balkendiagramm, das die Zahlen der Bewerbungen und Nominierungen von Frauen und Männern so der Bewilligungen von Stipendien und Preisen in den Jahren 2021 bis 2025 darstellt

In 71 Ländern weltweit engagieren sich Forschungsstipendiat*innen und -preisträger*innen nach ihrer Rückkehr aus Deutschland in 108 Humboldt-Alumnivereinigungen, die als wichtige Knotenpunkte des Netzwerks dienen. Außerdem informieren 38 ehrenamtlich tätige Vertrauenswissenschaftler*innen der Alexander von Humboldt-Stiftung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Ausland über den Forschungsstandort Deutschland sowie insbesondere über die Förderprogramme und das internationale Netzwerk der Stiftung. Die Mitglieder des Netzwerks sind als Alumni, Gastgeber*innen oder Gutachter*innen für die Stiftung aktiv.

Mit 50 Veranstaltungen, die überwiegend in Präsenz stattgefunden haben, unterstützte die Stiftung die Netzwerkförderung im Jahr 2025. Hiermit trug sie über den wissenschaftlichen Dialog hinaus zur grenzüberschreitenden kulturellen Verständigung bei.

2025 hat die Alexander von Humboldt-Stiftung 2.071 Forschungskooperationen zwischen ausländischen und deutschen Forschenden im Rahmen ihrer Stipendienprogramme gefördert. 1.617 Wissenschaftler*innen aus dem Ausland kamen im Berichtsjahr zur Stipendienförderung nach Deutschland. Auf Wunsch der Forschungsstipendiat*innen gewährt die Humboldt-Stiftung Sprachstipendien für den Besuch von Deutschkursen. 303 Personen (258 Forschungsstipendiat*innen und 45 Partner*innen) haben im Jahr 2025 an Deutsch-Intensivkursen vor Beginn ihrer Forschungsaufenthalte teilgenommen – davon 51 an Online-Deutschkursen. Für begleitende Sprachkurse während des Forschungsaufenthalts vergab die Humboldt-Stiftung zusätzlich 214 Beihilfen in Höhe von rund 100.000 Euro.

Als lebenslange Partnerin hält die Humboldt-Stiftung durch ihre Förderangebote für Alumni die Verbindung zu ihren Geförderten langfristig aufrecht. So kommen viele Humboldtianer*innen nach ihrem Erstaufenthalt zur Durchführung wissenschaftlicher Vorhaben nach Deutschland zurück. Erneute Forschungsaufenthalte fördern die Zusammenarbeit mit den für die Wissenschaft in Deutschland besonders interessanten und bereits etablierten Stipendiat*innen und Preisträger*innen. 2025 konnten im Rahmen dieser Alumniförderung 316 Forschungsaufenthalte in Deutschland realisiert werden.

Kooperationen mit privaten Partnerinstitutionen

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist bestrebt, in Ergänzung zu den öffentlichen Zuwendungen weitere Mittel von privater Seite einzuwerben, um zusätzliche Forschungsstipendien und Forschungspreise zu vergeben und ihren Geförderten weitere Kooperationsmöglichkeiten in Deutschland zu erschließen. In diesem Kontext kooperiert die Stiftung mit ausgewählten hochkarätigen Partnerinstitutionen und -organisationen.

Im Bereich Forschungsstipendien waren dies 2025 insbesondere die Carl Friedrich von Siemens Stiftung sowie die Bayer Foundation. Die Stipendiat*innen durchlaufen den regulären, nach den Exzellenzkriterien der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgerichteten Auswahlprozess. Neben dem Zugang zum weltweiten Humboldt-Netzwerk stehen ihnen darüber hinaus die Netzwerk-Angebote der jeweiligen Kooperationspartner offen. Die zusätzlichen Mittel werden auch zur Erhöhung der finanziellen Ausstattung der Stipendien genutzt. So war es der Humboldt-Stiftung 2025 wiederum möglich, allen Forschungsstipendiat*innen im Münchner Raum einen monatlichen Carl Friedrich von Siemens-Stipendienzuschlag zum Ausgleich höherer Lebenshaltungskosten zu gewähren.

Mit dem mit 85.000 Euro dotierten und aus Mitteln der gleichnamigen Stiftung finanzierten Carl Friedrich von Siemens-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung wurden alle Wissenschaftler*innen ausgezeichnet, die von Fachkolleg*innen an Forschungseinrichtungen im Raum München erfolgreich nominiert wurden. In Kooperation mit der Carl-Zeiss-Stiftung konnten im Herbst 2025 zwei weitere mit 100.000 Euro dotierte Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreise verliehen werden. Die Auszeichnung richtet sich an Forscher*innen aus den MINT-Fächern, die an Gastinstitutionen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen forschen und zur Förderung von Diversität im MINT-Bereich beitragen. Weitere Mittel in Höhe von 50.000 Euro werden für die Kooperation mit den Fachkolleg*innen in Deutschland zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit der Fritz Thyssen Stiftung hat die Alexander von Humboldt-Stiftung darüber hinaus den mit 80.000 Euro dotierten Reimar Lüst-Preis für internationale Wissenschafts- und Kulturvermittlung letztmalig vergeben. Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des Fraunhofer-Bessel-Forschungspreises.

Haushalt, Finanzen und Personal

Die Ausgaben zur Erfüllung des Stiftungszwecks (Förderleistungen sowie die für die Programmumsetzung benötigten Verwaltungs- und Managementausgaben) wurden 2025 zu etwa 97 Prozent aus Zuwendungen des Bundes finanziert. Zusätzlich wurden für bestimmte Zwecke sowohl aktuelle als auch aus Beständen der Vorjahre stammende Zuwendungen der Europäischen Union, Dritter und Vermögenserträge eingesetzt.

Zum 31.12.2025 waren 296 (Vorjahr: 291) Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 160 (154) als Teilzeitkräfte und 52 (48) mit Zeitverträgen.

Tabellen

Ein ausführlicher Tabellenteil bietet Ihnen Informationen über

  • das weltweite Humboldt-Netzwerk und die seit 1953 vergebenen Stipendien und Preise nach Ländern,
  • entschiedene Bewerbungen/Nominierungen und Bewilligungen nach Ländern und Fachgebieten für die Stipendien- und Preisprogramme in den letzten fünf Jahren,
  • Deutschlandaufenthalte von Stipendiat*innen und Preisträger*innen im Jahr 2025,
  • die Sachmittelprogramme der Humboldt-Stiftung und
  • die Verteilung der Geförderten auf die gastgebenden Universitäten und Einrichtungen in Deutschland in den letzten fünf Jahren.